Rezension: Please Be Happy (Switch)
Füchsin Miho beginnt in Please Be Happy ein neues Leben in Wellington und versucht erstmals Freundschaften zu akzeptieren.
Rund zweieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung für den PC ist Please Be Happy im Februar 2025 für die Nintendo Switch erschienen. Die Visual Novel erzählt eine entspannte Slice-of-Life-Geschichte mit Yuri- beziehungsweise Girls-Love-Elementen. Angesiedelt in einer Welt mit schwebenden Inseln, reist das Fuchsmädchen Miho als blinder Passagier an Bord eines Luftschiffs nach Wellington, Neuseeland. Bereits seit langer Zeit reist die einst als einfacher Fuchs geborene Miho, die mittlerweile eine menschliche Gestalt annehmen kann, um die Welt. Ursprünglich auf der Suche nach einer ihr wichtigen Person, ist es mittlerweile ihr Leben, immer wieder woanders zu sein. Dabei helfen ihr besondere Fähigkeiten wie die Möglichkeit, sich vom Mensch in Fuchs und wieder zurück zu verwandeln oder die Tatsache, dass jeder, den sie trifft, sie ein, zwei Tage später wieder vergessen hat. Praktisch, um für Nahrung und Unterkunft zu stehlen und nicht befürchten zu müssen, wiedererkannt zu werden.
Ruhige Alltagsgeschichte
Please Be Happy stammt von Studio Élan, die bereits für andere Yuri-Visual-Novels wie Heart of the Woods oder Highway Blossoms bekannt sind. Obwohl sich auch die Geschichte von Miho teilweise dem Yuri- beziehungsweise Girls-Love-Genre zugeordnet fühlt, fallen die Romantik-Elemente eher gering aus. Der Fokus liegt weitaus stärker auf der entspannten Alltagsgeschichte, die sich unter anderem mit Selbstfindung befasst. Dennoch sind es die beiden möglichen Romanzen, die als zentrale Entscheidungen dienen und die beiden unterschiedlichen Routen bestimmen. So lernt Miho im Verlauf des ersten Kapitels verschiedene Personen kennen. Darunter Juliet und Aspen, die eine wichtige Rolle im neuen Leben des Fuchsmädchens einnehmen und als mögliche Liebes-Optionen gelten.
Bevor es allerdings so weit kommt, wird Mihos neues Leben in Wellington, Neuseeland erzählt. Gerade im ersten Kapitel wird die Protagonistin ausführlich vorgestellt und es ist trotz ihrer teilweise zweifelhaften Moral leicht, sie ins Herz zu schließen. Ähnliches gilt später auch für Aspen, Juliet und weitere Charaktere, die Miho kennenlernt. Hier zeigt die Visual Novel neben der angenehm erzählten Geschichte die zweite große Stärke. Es sind vor allem Miho, Juliet, Aspen und die anderen Figuren sowie die gut geschriebenen Dialoge und Texte, die die Geschichte tragen. Dazu trägt die gelungene englische Vertonung genauso viel bei wie die zwar manchmal bewusst ausbleibende, aber sanfte und stimmungsvolle Musik.
Obwohl Please Be Happy zwei Routen umfasst, sollten nicht zu viele Entscheidungen erwartet werden. Meist verläuft die Geschichte linear und es geht ausschließlich darum, die von schönen Charakter-Artworks und Hintergrund-Bildern begleiteten Texte zu lesen. Oft können alle verfügbaren Orte nacheinander besucht werden und nur einige wenige Optionen führen die Geschichte weiter. Diese sind immer gut erkennbar, wodurch es leicht fällt, erst alle anderen Möglichkeiten, Begegnungen und Gespräche zu erleben, bevor schließlich eine Entscheidung gefällt wird. Trotz der geringen Anzahl an Abweichungen, fallen die beiden Routen unterschiedlich genug aus, um zumindest teilweise Wiederspielwert zu bieten. Allerdings gilt das erst ab Kapitel drei, weshalb es sinnvoll ist, regelmäßig Speicherpunkte anzulegen. Wirklich negativ wirken sich die eher geringen Möglichkeiten des Einflusses jedoch nicht aus. Dafür versteht es die Geschichte zu gut zu unterhalten und bietet entspannte, ruhige Slice-of-Life-Unterhaltung.
Fazit
Please Be Happy ist eine typische Visual Novel, die mit der entspannten Slice-of-Life-Geschichte früh mein Interesse geweckt hat. Das ist sowohl den liebenswerten Charakteren als auch der angenehmen Atmosphäre zu verdanken. Zusätzlich sorgt das Szenario mit mythologischen und folkloristischen Elementen sowie der alternativen Welt mit Neuseeland als schwebender Insel für Eigenständigkeit. Dass ich im Laufe der Geschichte eher wenige Entscheidungen treffen kann, hat mich nicht gestört. Dafür hat mich Mihos neues Leben in Wellington zu gut unterhalten. Ähnliches gilt für die eher seichten Romantik-Elemente, die zwar eine zentrale Rolle spielen, aber eindeutig der Slice-of-Life-Handlung untergeordnet sind. Dessen sollten sich geneigte Yuri- und Girls-Love-Fans bewusst sein. Eine Chance solltet ihr Please Be Happy trotzdem geben. Die Visual Novel ist wirklich ein schöner Genre-Vertreter.
Kurzfazit: Charmanter Slice-of-Life-Visual-Novel mit seichten Girls-Love-Romantik-Elementen, die eine entspannte Alltagsgeschichte mit liebenswerten Charakteren erzählt.
Vielen Dank an Studio Élan für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Please Be Happy!
Details
Titel: Please Be Happy
Genre: Visual Novel
Publisher: Sometimes You
Entwickler: Studio Élan
Spieler: 1
Syteme: Switch (getestet), PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S Xbox One, PC
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 21. Februar 2025
© Studio Élan © Sometimes You