Rezension: Age of Wonders 4: Giant Kings (PC)
Die mächtigen Riesenkönige streben in Age of Wonders 4: Giant Kings nach der Herrschaft über die Sterblichen und das Astralmeer.
Age of Wonders 4: Giant Kings ist nach Ways of War der zweite Zusatzinhalt des zweiten Expansion Passes für das Strategiespiel. In der bisher größten Erweiterung, spendieren Triumph Studio Age of Wonders 4 nicht nur die Riesenkönige als neuen Herrschertyp, sondern sorgen auch für mehr optische, spielerische und geschichtliche Abwechslung. Dabei erhält auch die Arkane Schmiede, die den Riesenkönigen direkt zu Beginn zur Verfügung steht, mehr Aufmerksamkeit und nimmt eine größere Rolle ein.
Gigantische Herrscher
Wie es der Titel von Age of Wonders 4: Giant Kings vermuten lässt, bilden die Riesenkönige das Zentrum des neuen DLCs. Erneut werden einige bereits vorgegebene Fraktionen mit entsprechendem Herrscher dem Strategiespiel hinzugefügt. Allerdings können wir auch wieder eigene Völker und einen passenden Riesen erstellen. Bei letzterem stehen uns die vier Elementartypen Sturm, Stein, Eis und Feuer, die ihre jeweilige Ausrichtung beeinflussen, zur Auswahl. Zudem können die Riesenkönige Gelände verändern, um es ihrem bevorzugten Element anzupassen. Hier ist naheliegend, dass der Steinriesenkönig den Untergrund bevorzugt, während der Eisriesenkönig in der Tundra siedelt. Leider bleibt der neue Herrschertyp auf den ersten Blick die einzige wirklich große Neuerung für die Erschaffung einer Fraktion. Es gibt zwar auch eine neue Gesellschaftsform, diese muss aber erst über den neuen Pantheon-Pfad freigeschaltet werden. Da sie sich am Ende von diesem befindet, kann das einige Stunden Spielzeit erfordern, sofern ihr nicht ausreichend Pantheon-Punkte zur Verfügung habt.
Abseits davon sorgen zwei neue Bücher mit Fokus auf das Siedeln im Untergrund sowie Geomantie und Kristalle sowie Erde für neue Möglichkeiten und Spielvarianten. Dazu gesellen sich auch neue Einheiten wie die mächtigen Geomanten. Das sind aber fast Randnotizen, wenn ein Blick auf die Anpassungen der Reiche geworfen wird. So hat Triumph Studio zahlreiche neue optische Umgebungen hinzugefügt, die sich natürlich in die bereits bekannten Gebiete einfügen und für mehr visuelle Abwechslung sorgen. Zusätzlich sind auch neue Wahrzeichenregionen im DLC enthalten. Ebenfalls viel Einfluss haben die drei Händler. Diese verkaufen Heldenausrüstung und -fähigkeiten, Reittiere sowie strategische Möglichkeiten, die Weltkarte zu erkunden. Letzteres bietet sich wunderbar für Spionage an.
Legendäre Reiche
Fast noch mehr Auswirkungen haben die neuen Reichseigenschaften. Diese beeinflussen den Spielablauf und bringen neue Story-Ereignisse mit sich. So sorgt etwa das unberührte Reich dafür, dass einige Gebiete auf einer Karte bisher unbeeinflusst sind. Die Kristallwohnstätte wiederum ist eine einmalig auf einer Karte vorhandener unabhängige Fraktion mit besonderen Eigenschaften. So ist es nur über Aufträge möglich, die Beziehung zur Kristallwohnstätte zu verbessern. Das erfordert zwar einigen Aufwand, es winken jedoch lukrative Belohnungen wie mächtige Einheiten oder Artefakte. Wird die Kristallwohnstätte erobert, wird sie zerstört und der Eroberer erhält einige ihrer Handelsobjekte.
Aus Stroy-Sicht ist besonders die Reichseigenschaft „Legenden von Myrrida“ interessant. Hierbei handelt es sich um geweihte Regionen, die einst mit dem legendären Reich Myrrida in Verbindung standen und neue Auftragsketten mit Bezug auf dieses gewähren. Auch hier winken wertvolle Belohnungen. Da nicht alle geweihten Regionen auf einer Karte auftauchen können, ist Abwechslung für mehrere Spieldurchgänge garantiert. Abgerundet wird Giant Kings von einer neuen Reichsvorlage, neuen Musikstücken und einem neuen Benutzeroberfläche-Skin.
Fazit
Age of Wonders 4: Giant Kings ist der bisher wahrscheinlich größte, wenn auch vielleicht nicht eindrucksvollste DLC für das Strategiespiel. Letzteren Platz nimmt weiterhin Eldritch Realms ein, doch das soll nicht bedeuten, dass Giant Kings misslungen ist. Im Gegenteil. Die neue Erweiterung bringt viel Abwechslung mit sich. Angefangen bei den Riesenkönigen als neuen Herrschertyp über die neuen Reichseigenschaften bis hin zu Händlern oder Büchern. Etwas schade finde ich, dass die einzige neue Gesellschaftseigenschaft am Ende des neuen Pantheon-Pfads versteckt ist. Um diese freizuschalten benötige ich neun Pantheon-Punkte, die im Zweifelsfall zwei bis drei Spieldurchgänge erfordern. Ebenso habe ich immer noch Probleme mit der Arkanen Schmiede. Diese ist zwar durchaus mächtig und im Pantheon kann neue Ausrüstung freigeschaltet werden, trotzdem ist es ein Element, das ich wenig nutze. Dennoch oder gerade deshalb ist es sinnvoll, dass Giant Kings die Crafting-Mechanik etwas stärker hervorhebt und den Riesenkönigen direkt zu Beginn zur Verfügung stellt. Dadurch habe ich sie auch etwas öfter genutzt. Weitaus größeren Einfluss auf mein Spiel haben jedoch die anderen Neuerungen. Unabhängig davon, ist Age of Wonders 4: Giant Kings wieder ein gelungener DLC für das Strategiespiel.
Kurzfazit: Umfangreicher Age-of-Wonders-4-DLC, der einige neue Inhalte hinzufügt und dem Strategiespiel trotz kleiner Schwächen mehr Abwechslung verleiht.
Vielen Dank an Paradox Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Age of Wonders 4: Giant Kings!
Details
Titel: Age of Wonders 4: Giant Kings
Genre: Strategie
Publisher: Paradox Interactive
Entwickler: Triumph Studios
Spieler: 1-8
Syteme: PC (getestet), PlayStation 5, Xbox Series X|S
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 01. April 2025
© 2025 Paradox Interactive AB. All trademarks are the property of their respective owners.
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